Qigong (Qi-Gong)

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Ebenso wie die Geschichte der Traditionellen chinesichen Medizin (TCM) ist auch die Entstehung und Entwicklung des Qigong ungeklärt und von zahlreichen Legenden durchsetzt. Der Begriff Qi-Gong taucht erstmals während der Song-Zeit (960 - 1279 n. Chr.) auf. Unter Qi versteht man in China soviel wie universelle Lebenskraft, oder Lebensenergie. Nach chinesicher vorstellung wird alles in unserem Universum von Qi durchströmt. Der Begriff "Gong" kann man am ehesten mit "Arbeit" oder Beschäftigung übersetzen. So bedeutet Qi-Gong, Arbeit oder Beschäftigung mit dem Qi, der Lebenskraft. Grundsätzlich haben Qigong, Tai-Chi und Akupressur eines gemeinsam. Es handelt sich um Techniken mit denen der Mensch sein Qi selber beeinflußen kann. Dem Begriff Qi kommt nicht nur in der chinesischen Medizin, sondern auch in der Philosophie, der Malerei und auch sonst in fast jedem Bereich der chinesischen Kultur enorme Bedeutung zu. Etwas vereinfacht kann man sagen, daß der Begriff Qi die aktiven energetischen prozesse im Menschen bezeichnet. Der ungehinderte Fluß des Qi und der harmonische Umgang damit wurde in China stets als Grundvoraussetzung für Gesundheit und Vitalität gesehen.

Was ist Qigong?

Qigong ist der Oberbegriff für Übungen, die Körper, Atmung und geistige Vorstellung verbinden, um das Wohlbefinden, die Gesundheit und die spirituelle Entwicklung zu fördern. Qigong wird als Wohltat für Körper und Geist bezeichnet. Die Übung von Qigong erfordert eine bewußte Auseinandersetzung mit sich selbst. Qigong dient der Selbstregulation. Diejenigen Kräfte die zur Heilung und Regulation beitragen, werden in der jeweiligen Übung gefördert.

Die Kräfte, welche das System stören, werden während der Übung je nach Fähigkeit vermindert oder ausgeschaltet.

Gefördert wird der Fluss des Qi in den Meridianen und Organen, gefördert wird das In-Einklang-Kommen mit dem Atem, was einen enorm entspannenden Effekt bringt. Gefördert wird der Eintritt des Geistes in die Ruhe. Durch Qigong kann die Fähigkeit zur Eigenverantwortung gestärkt werden. Wenn Menschen Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen so ist das in jeder Hinsicht sinnvoll und positiv. So kann man Qigong zu Recht als Heilmethode bezeichen, welche sich gegenüber den meisten neuzeitlichen westlichen Ansätzen durch eine ganzheitliche Orientierung auszeichnet. Im Sinne dieser Zielsetzung haben Qigong-Übungen zwei Wirkungsrichtungen:
Einerseits sind sie gesund, sorgen für ein körperliche Wohlbefinden, trainieren Haltung und Beweglichkeit, machen geschmeidig und elastisch, andererseits wirken sie nach innen, auf das bewußte Sein und das geistige Wohlbefinden in Richtung einer spirituellen Gesundheit.

Wenn man im Westen Qigong vermitteln will muß man die jeweilgen Qigong-Methoden aufbereiten und für das jeweilge Individuum ausrichten. Zwar gilt der Qi-Begriff allein schon als Eintrittstor in die eigene Innenwelt des übenden, beschränkt sich aber oft auf die Qi-Wirkungen lediglich auf den Leitbahnen (Meridiane). Gerade aber im Qigong haben wir den direkten Organbezug nicht nur über die Fünf Wandlungsphasen, sondern auch über den Yin/Yang-Ansatz und somit auch einen nicht zu unterschätzenden medizinischen Aspekt.

Yin und Yang im Qigong

Die Yin- und Yang-Theorie ist die wichtigste und unverwechselbarste Theorie chinesischen Denkens. Bei genauerer Betrachtung wird die Unterschiedlichkeit zu westlichen Denkansätzen deutlich. Die westliche Logik ist eine Gegenüberstellung von Gegensätzen. Chinesisches Denken ist nicht entweder-oder, sondern vielmehr ein sowohl-als-auch. Jedes Ding kann gleichzeitig es selbst, als auch sein Gegenteil sein. Yin ist der weibliche Aspekt, Yang der männliche. Yin bedeutet Ruhe, Yang bedeutet Aktivität. Yin ist die Nacht, Yang der Tag, Yin ist der Mond, die Sonne ist Yang.

In der chinesischen Medizin ist der Mensch gesund, wenn Yin und Yang im Gleichgewicht sind. Yin und Yang beeinflußen sich gegenseitig und sollten am Besten in einem harmonischen Verhältniss zueinander stehen. Bezogen auf Qigong-Übungen sollte auch während des übens ein harmonsiches und ausgewogenes Verhältniss der beiden bipolaren Kraäft angestrebt werden.

Welche Qi-Gong Übung ist die Richtige?

Diese Frage läßt sich so pauschal nicht beantworten. Zunächst muß man wissen, das es weit über eintausend verschiedene Qi-Gong Übungen und Varianten gibt. Es ist also ganz wichtig einen eine guten und qualifizierten Qigong-Lehrer in seiner Nähe zu finden. Das ist gerade als Laie nicht immer einfach. Am Besten sucht man bei den einschlägigen Verbänden- und Berufsorgansitationen, welche sich als Link im Anhang finden. Die Mitglieder haben meist eine gute und umfassende Ausbildung und entsprechend gute Berufserfahrung.

Qi-gong lernen ist ein Weg, welcher Geduld erfordert, Durchhaltevermögen und Vertrauen. Die Erfolge stellen sich meist erst nach einiger Zeit ein. Eine qualifizierte Anleitung ist deshalb ganz wichtig. Seriöse Anbieter erteilen gerne Probeunterricht, damit man sich zunächst kennenlernt und sich ein Bild machen kann.
Es gibt innerhalb des Qigong-Systems zwei große Richtungen. Zum einen das eher bewegte Qigong, welches körperliche Bewegung beinhaltet, zum anderen das stille Qigong, welches eher unbewegt erfolgt und meditativen Charakter hat. Es liegt also an der Kompetenz des Lehrers herauszufinden welches Qigong-übungskonzept das Richtige ist.

Links zu Taichi und Qigong- Schulen und Verbände